Termine

4.11.2010: Deutschtum als Prinzip
Der Einfluss studentischer Verbindungen auf den Alltagsnationalismus

04. November 2010, 19.00 Uhr; Carl-Zeiss-Straße 3, Hörsaal 8

Studentische Verbindungen sind politisch. Ob Burschenschaft, Landsmannschaft oder Corps: Sie alle eint die Idee, eine Deutschnationale Führungselite in möglichst vielen Bereichen der Gesellschaft zu etablieren.

Die Funktionsweise ist offensichtlich: Häufig schon entsprechen vorgeprägte, junge Studenten treten in eine Verbindung ein, durchlaufen die Verbindungsinterne „Erziehung“ und stehen am Ende als „Alter Herr“ mit einem, zum Verbindungswesen passenden, Nationalismus und Elitedünkel in Spitzenpositionen der Gesellschaft. Im Anschluss fördern sie ihrerseits jüngere Verbindungsbrüder mit Seilschaften und Geldspenden.
Dieses korporierte Prinzip funktioniert mittlerweile schlechter als zu Hochphasen des Verbindungswesens, auch wenn es alles andere als tot zu sein scheint. In Zeiten des zunehmenden Rassismus und „ungezwungem Nationalstolz“ können auch Studentenverbindungen wieder mit zulauf rechnen.

Der Vortrag wirft daher einen Blick in die „Blackbox“ Studentenverbindung und geht der Frage nach, wie die Verbindungen den alltäglichen Nationalismus im deutsch-sprachigen Raum begünstigen.

Soliparty am 2.Oktober

Mehr Infos unter: www.myspace.com/posi_box_booking

Bei der Soliparty wird es auch eine Pennplatzbörse geben. Wenn ihr schon zur Party anreisen wollt und Übernachtungsplätze braucht, dann meldet euch am Besten schon vorher bei uns per Mail.

19.08.2010: Kapitalistische Vergesellschaftung und nationalistische Ideologie

- 19.08.2010; 19.00 Uhr; Carl-Zeiss-Straße 3 Hörsaal 7 -

Der Vortrag befasst sich im ersten Teil mit einigen Thesen, die um das Verhältnis kapitalistischer Gesellschaft, Staat, Krise und nationalistischer Ideologiebildung kreisen. Sie werden erörtern, ob und in wieweit es einen deutschen Sonderweg gibt, was es heißt, von einem deutschen Kapitalismus zu sprechen, was diesen auszeichnet und was das deutsche Modell heute so attraktiv macht für historische Nachzügler kapitalistischer Entwicklung. Dabei wird auch zur Sprache kommen, was in Deutschland „Krise“ bedeutet und wie sich eine radikale Linke, die diesem Begriff gerecht werden will, zu einer solchen Krise zu verhalten hat.
Der zweite Teil diskutiert systematisch das Verhältnis von kapitalistischer Gesellschaft, dem Staat und der Ideologiebildung im Rahmen einer als Krisengeschichte verstandenen kapitalistischen Gesellschaft.
Dabei wird die marxsche Kritik an Wert, abstrakter Arbeit und der Warenförmigkeit der Produkte erläutert und dargelegt, wieso dazu auch die Individuen durch den Staat in die Form des Subjekts gebracht werden mussten. Die marxsche Kritik war zwar im speziellen eine Kritik des liberalen Kapitalismus, die aber dabei im Allgemeinen auch auf die totalitäre Tendenz dieser Gesellschaft abzielte. So wie der Nazifaschismus bereits im frühen Kapitalismus in Keimform angelegt war, so kann bereits auch die marxsche Kritik als vorauseilende Kritik am Nazifaschismus gelesen werden.

Flyer Martin Dornis